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Schäftlarn - Seit zehn Jahren Lampenfieber, Spaß und
Applaus: Zum Jubiläum hat sich der Schäftlarner Theaterstadl heuer
natürlich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Er präsentiert das Stück
„Theater" von Peter Landstorf er. In der Komödie geht es um einen allzu
selbstherrlichen Bauerntheater-Regisseur, der auf ungewohnte Art von
seiner Schauspieltruppe „geheilt" wird. „So schlimm verhält es sich mit
der Schäftlarner Gruppe in Wirklichkeit Gott sei dank nicht", sagt
Regisseur Helmut Gruber bei der Generalprobe und lacht. Im Theaterstadl
gehe es sehr demokratisch zu. „Jeder bringt seine Ideen, Ansichten und
Vorschläge ein", erklärt er das Erfolgsrezept der Truppe. Zwar wähle er
zusammen mit dem zweiten Gründungsmitglied Michael Lawatsch die Stücke
aus. Doch zur gelungenen Umsetzung trage letztlich jeder einzelne
Schauspieler und Helfer bei. Das gilt jetzt schon seit zehn Jahren: Bei
der Generalprobe für die Premiere zeigten sich jetzt Schauspieler
Regisseur und Techniker als eingespieltes Team. Gruber ließ es sich nicht
nehmen, selbst in die Rolle des unbeliebten Regisseurs Simon Wallner zu
schlüpfen. Dieser veranstaltet jedes Jahr ein Treffen mit seiner
Schauspieltruppe. |
Diese muss sich jedes Jahr seither selbstgerechten
Stückauswahl und seiner Vorstellung von angemessener Rollenzuteilung
fügen. Schweißtreibende Regiearbeit Doch dieses Mal geht es gründlich
daneben: Die Schauspieler haben hinter seinem Rücken einen
Profiregisseur engagiert, der Wallner als Assistent zur Seite gestellt
wird. Eigentlich soll er ihn ersetzen. Außerdem wollen die Darsteller
ein anderes Stück aufführen als ihr Pseudoguru: Statt der „groben Zenz
von Dumpfing" haben sie vor, das ernste Volksstück „Da Auftrag" zu
inszenieren. Allerdings sind die Mimen eher an der Brotzeit und an
internen Eifersüchteleien interessiert als am ernsthaften Spiel. Das
treibt den beiden Konkurrenten um den Regiestuhl den Schweiß auf die
Stirn. Lachender Dritter ist das Publikum. „Die Freude am Spiel kommt
bei uns auch daher, dass wir uns nicht pedantisch an jedes Komma des
Buchs halten", sagt Gruber über den Schäftlarner Theaterstadl. So
sparten sie auch nicht mit Anspielungen auf die eigene Gemeinde oder
lokale Persönlichkeiten. |
Da könne es schon mal vorkommen, dass der anwesende
Pfarrer von Hohenschäftlarn mit ein paar süffisanten Worten bedacht
wird. Vielleicht ist; diese Spontaneität einer der Gründe, warum die
Gruppe um Lawatsch und Gruber gleich von Anfang an erfolgreich in
Schäftlarn gestartet ist. „Groß verändert haben wir uns über die Jahre
hinweg nicht", erzählt Gruber. Zwar sei die Bühnentechnik jetzt
ausgereifter. Doch die Mitglieder und ihr Spaß am Theaterspielen hätten
sich ganz und gar nicht verändert. Und zum Glück müssen wir nicht mehr
im Kalten spielen", bemerkt Lawatsch dazu. Die ersten fünf Jahre musste
der Stadl in einem provisorischen Bretterverschlag auf der Terrasse; des
TSV-Heims am Wangener Weg seine Stücke aufführen. Dank eines Anbaus
änderte sich das zur Freude der Schauspieler und der Zuschauer. Gruber,
der bisher jedes Jahr Regie führte, zeigt sich zuversichtlich, dass der
Theaterstadl dort auch in den nächsten zehn Jahren regelmäßig Auftritte
haben wird. „Bisher habe ich jedenfalls noch keinen Assistenten an meine
Seite gestellt bekommen", scherzt er. |